Tophost Andries Terpstra | Trockenfallen und meinen Gästen das Wattenmeer hautnah erleben lassen - wunderbar!

Tophost en schipper Andries Terpstra Linde

Andries, der Skipper des Dreimastklippers Linde hätte auch Koch, Hotelmanager oder Wattenmeerführer werden können. Er liebt es zu kochen und er möchte seinen Gästen das Beste ermöglichen. „Aber naja, man muss Entscheidungen treffen. Wenn ich segele, kann ich nicht den ganzen Tag in der Küche stehen. Und ich mag das Segeln mit den Gästen so sehr, dass ich es nicht aufgeben möchte!“

"Ich möchte Menschen glücklich machen. Was das betrifft, hätte ich Hotelmanager werden sollen. Aber dann müsste ich auf das Wasser verzichten und das würde ich nicht wollen. Es ist so schön, mit den Kräften der Natur zu arbeiten. Man bewegt sich vorwärts ohne Lärm zu verursachen, das gefällt mir auch. Es ist die Kombination von Draußensein und eine Einheit mit der Natur zu bilden. Und das mit einer netten Gruppe von Menschen zu teilen, ist fantastisch.“

Seit dreißig Jahren auf dem Wattenmeer unterwegs

Andries segelt fast immer mit seinem robusten Klipper über das Wattenmeer. Logisch, denn der Heimathafen der Linde ist Harlingen; sobald man den Hafen verlässt, befindet man sich auf dem Wattenmeer. Und so segelt die Linde oft zu den Inseln und Andries lässt das Schiff auf dem Wattenmeer trockenfallen. „Ich segele seit dreißig Jahren auf dem Watt, daher weiß ich viel darüber. Ich bin froh meinen Gästen so viel vermitteln zu können.“

Auf meine Frage, wie er zu all diesem Wissen gekommen ist, antwortet Andries: "Ich höre gerne anderen Leuten zu, die viel darüber wissen. Ich habe auch viel mit Biologen gesprochen und viele Bücher gelesen. Außerdem lernt man immer mehr, wenn man viel auf dem Wattenmeer unterwegs ist. Man sieht und erlebt viel und dann taucht man einfach in diese Welt ein. Das ist auch schön für die Gäste, denn sie haben sofort einen Naturführer dabei".

Bildung erleben

Weil Andries das Wattenmeer so sehr liebt, hat er sich bewusst dafür entschieden, nur Kanus für die Gäste mitzubringen: "Mit den Kanus kann man schön herumpaddeln wenn wir trockenfallen oder im Hafen sind. Ich habe absichtlich kein Schnellboot dabei, weil ich so nicht gerne auf dem Wattenmeer unterwegs bin. Es ist nicht umsonst UNESCO-Welterbe und ich möchte dort nicht so viel Lärm machen. Ich möchte, dass meine Gäste die Ruhe und den Frieden der Natur erleben".

"Manchmal gehe ich mit ihnen fischen. Oder wir nehmen eine Schaufel und graben Löcher im Watt. Schauen, was uns begegnet. Wir suchen nach Muscheln und kleinen Tierchen. Für Kinder und Jugendliche ist das auch eine sehr schöne Erfahrung: Es ist Erlebnispädagogik. Sie lernen so viel daraus. Vielleicht viel mehr als aus einem Biologiebuch!“

Das historische Harlingen als Heimathafen

Die historische Hafenstadt Harlingen ist für die Gäste von Andries ein schöner Anfang oder ein schönes Ende der Reise. Für Geschichtsliebhaber gibt es viel zu sehen: alte Lagerhallen, Gassen, Deiche und Passagen, die Löwenbrücke mit den vier wachenden Löwen oder die Nachbildung des Expeditionsschiffs von Willem Barentsz, mit dem er nach Nova Zembla fuhr. 

Bis die Linde abfahrbereit ist, kann man gut auf einer der Terrassen verweilen. Ein Besuch der Brauerei lohnt sich ebenfalls. Mit anderen Worten: Gäste können ihr Wochenende oder ihre Woche problemlos durch einen Besuch in Harlingen ergänzen. 

Die Linde: ein robustes, sicheres und luxuriöses Schiff

Die Wünsche der Gäste haben sich im Laufe der Jahre geändert. Sie wollen mehr Komfort und Luxus als vor dreißig Jahren. „Natürlich sind die Menschen auch wortgewandter geworden und mit dem Aufkommen des Internets können sie besser vergleichen. Zum Glück ist die Linde ein robustes, sicheres und luxuriöses Schiff, sodass sie immer den Wünschen meiner Gäste entspricht.“

Um den Erwartungen seiner Gäste gerecht zu werden, hat Andries nun einen Geschirrspüler und einen Fernseher an Bord. „Es gab mehrere Gäste, die angaben, dass sie gerne ein Fußballspiel am Abend oder die Olympischen Spiele sehen würden. Und ich habe jetzt auch WLAN an Bord. Aber ich finde, das ist auch ein bisschen schade. Wenn ich sage: "Wir wollen gleich wenden", sagen meine Gäste: "Ich beende zuerst mein Spiel". Oder ich weise sie auf eine schöne Sandbank mit Robben hin. Und dann sagen einige: "Ich habe schon Seehunde auf meinem Handy beobachtet".

Alles erstrahlt in neuem Lack

Damit die Linde auch luxuriös und sicher bleibt, führt Andries auch im Winter eine Menge Wartungsarbeiten durch. In diesem Winter hat er wieder alles neu bemalt und sich um die Küche gekümmert. Manche Gäste kommen wirklich zu mir zurück. Ich habe eine Gruppe, die seit zwanzig Jahren mit mir segelt. Und jedes Jahr fällt mir etwas Neues ein: Neue Lampen oder eine neue Farbe an der Wand. Sonst wird es für sie so vorhersehbar. Und obendrein sehen sie auch noch, dass ich ständig Wartungsarbeiten durchführe. Und was die Aktivitäten betrifft, so versuche ich auch, jedes Jahr etwas Neues zu erfinden oder irgendwo hinzusegeln, wo wir noch nicht gewesen sind. Obwohl sie immer lieber nach Terschelling fahren. Ich bin mit ihnen zwar zu anderen Inseln gesegelt, aber laut ihnen konnten sie nicht mit Terschelling konkurrieren".

Segeln bei der SAIL Amsterdam

In diesem Sommer wird Andries zum vierten oder fünften Mal bei der SAIL Amsterdam mitsegeln. Die ersten Trips wurden bereits von mehreren Unternehmen gebucht. Andries segelt gerne mit der SAIL Amsterdam. Auch wenn es natürlich nicht mit der Weite und Stille des Wattenmeeres zu vergleichen ist. „Segeln auf der SAIL Amsterdam ist so spektakulär! All die verschiedenen Schiffe, die von IJmuiden nach Amsterdam fahren: sehr große Schiffe, viele verschiedene kleine Boote dazwischen und dann wir. Das ist wirklich eine beeindruckende Parade! Ich schaue immer gerne zurück und einmal war hinter mir ein sehr großes Schiff, dessen Klüver* fast über mein Schiff ragte. So nahe sind sich die Schiffe. Die sehr großen Tallships mag ich auch gerne. Das größte, das mit mir segelt, ist etwa 120 Meter lang!“ 

„Die Leute, die dort mitsegeln sind anders als die Gruppen, mit denen ich normalerweise segele. Bei der SAIL Amsterdam sind es alles Geschäftsleute, denn die Schiffe werden eigentlich nur von Unternehmen gebucht, die ein Schiff für ihre Geschäftspartner oder Mitarbeiter mieten. Ein Trip dauert oft nur ein paar Stunden, so dass man normalerweise zwei solcher Trips pro Tag macht und daher nicht so eine enge Bindung zu den Gästen aufbaut, wie wenn sie ein ganzes Wochenende oder sogar eine ganze Woche an Bord sind.

1910 als Motorschiff erbaut

Die Linde ist heute ein Segelschiff, aber sie wurde 1910 als Motorschiff gebaut. „Das fiel damals schon ein wenig auf. Die Schiffsbauer begannen zu erkennen, dass die Abhängigkeit vom Wind allein nicht immer bequem ist. Sicherlich nicht für ein Frachtschiff, das es vorzieht, so schnell wie möglich von A nach B zu gelangen. Und, gut zu wissen: Der Motor, der damals in das Schiff eingebaut wurde, läuft immer noch! Nicht mehr in der Linde, die jetzt einen neuen Motor hat, sondern in einem Schlepper“. Schließlich wurde die Linde 1990 in ein Segelschiff umgebaut und 2008 von Andries gekauft. 

Möchtet ihr auch mal auf der Linde segeln?

Wenn ihr für einen Tag, ein Wochenende oder vielleicht eine Woche auf der Linde segeln möchtet, könnt ihr dies gerne tun. Skipper Andries freut sich auf euch! Fordert ein kostenloses Angebot an oder ruft einen unserer Mitarbeiter an. Sie beraten euch gerne über die vielen Möglichkeiten mit der Linde.


* Ein dreieckiges Segel auf dem Bugspriet eines Schiffes. Der Bugspriet kann vor dem Bug um Meter vorstehen.